Los 6 – Ökologische Ausgleichs- und
Ersatzmassnahmen


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Revitalisierung Geschiebesammler Mümliswilerbach

Weil die neue Verkehrsanbindung den geschützten Gewässerraum der Dünnern beeinträchtigt, sind ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen (AEM) zu treffen.

Aufgrund der ökologischen Defizite von diversen Oberflächengewässern in Balsthal und der näheren Umgebung drängt es sich auf, die Massnahmen in Balsthal umzusetzen. Nach Abwägung der Vor- und Nachteile möglicher Massnahmen an der Dünnern, am Augstbach und am Mümiswilerbach wurde die Revitalisierung des Geschiebesammlers bei der Einmündung des Mümliswilerbachs in den Augstbach als wirkungsvollste Massnahme gewählt.

Das Teilprojekt beinhaltet die naturnahe Umgestaltung des aus Beton bestehenden, sanierungsbedürftigen Geschiebesammlers des Mümliswilerbaches im Gebiet St. Wolfgang vor der Einmündung in den Augstbach. Der Geschiebesammler ist wichtig für die Hochwassersicherheit des Augstbaches. Mit der Entnahme des aus dem Mümliswilerbachs anfallenden Geschiebes kann eine übermässige Auflandung der Sohle und damit eine Reduktion der Abflusskapazität im Augstbach verhindert werden.

Das Revitalisierungsprojekt verwandelt die heute technische Anlage in eine neue, rund 5'000 m2 grosse, revitalisierte Gewässerlandschaft, welche die Funktion als naturnaher Geschiebesammler erfüllt. Im Weiteren werden die Biodiversität und – durch den Umbau der Absturzbauwerke im Mümliswiler- und Augstbach mit fischgängigen Rampen – die ökologische Längsvernetzung verbessert.

Hauptziele

  • Naturnahe Neugestaltung des Geschiebesammlers.
  • Längsvernetzung vom Augstbach in den Mümliswilerbach wieder herstellen.
  • Gewährleistung der Hochwassersicherheit.
  • Schutz des Siedlungsgebietes vor einem hundertjährlichen Hochwasser entlang des Projektperimeters

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Böschungsquerschnitt: Oberhalb der am Böschungsfuss versetzten Steine sichern zusätzliche Buschlagen als ingenieurbiologische Massnahme die Böschung.

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Ein Konzept für die Zukunft

Durch die markante Aufweitung des Gerinnes sowie die Verengung beim Auslauf bildet sich bei Hochwasser ein Rückstau, die Fliessgeschwindigkeit nimmt stark ab und das Geschiebe wird in der Ebene abgelagert.
Das gesamte Terrain im Mündungsbereich von Augst- und Mümliswilerbach wird um ca. 3 m abgesenkt. In diesem Bachdelta können sich die beiden Bäche frei entwickeln.

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In dieser Art wird sich der naturnahe Geschiebesammler Mümliswilerbach präsentieren (Beispielfoto der Wyna in Menziken AG)


Historisches Hochwasser …

Am 22. Juni 1926 traten in Balsthal und den umliegenden Dörfern extrem starke Niederschläge auf. Da die Böden bereits durch eine längere Regenperiode gesättigt waren, konnten sie die grossen Wassermassen nicht mehr aufnehmen und der Augstbach trat massiv über die Ufer und richtete im Dorf sehr grosse Schäden an.

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Die landwirtschaftlichen Flächen wurden stellenweise wegerodiert und es bildeten sich grossflächige Auflandungen.

… und seine Folgen

Nach diesem ausserordentlichen Hochwasserereignis wurde das Projekt Augstbachkorrektion mit dem Geschiebesammler am Mümliswilerbach in Angriff genommen. Über drei Bauetappen wurde der Bach in der Zeit zwischen 1926 und 1932 ausgebaut und begradigt. Die heutige Situation entspricht immer noch dem realisierten Korrektionsprojekt.
 

Und heute?

Heute bilden der Bach und das nahe Umland keine Einheit mehr. Durch den begradigten Lauf mit den steilen Ufern und den harten Uferverbauungen sind das Gewässer und die Uferbereiche räumlich getrennt.

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Es fehlt eine Verzahnung und Quervernetzung der verschiedenen Lebensräume.
Der Bach wird im Tal optisch nicht als solcher wahrgenommen. Einzig eine sehr schmale und lückenhafte Uferbestockung zeichnet den Bachlauf in der Talsohle nach. Beidseits des Baches wird, bis auf den minimalen gesetzlichen Gewässerabstand, meist intensive Landwirtschaft betrieben.

Der Zustand der Bauwerke
Die Gerinneverbauungen am Augstbach sowie der Sammler Mümliswilerbach sind inzwischen über 80 Jahre alt und am Ende ihrer Lebensdauer.

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Sämtliche Bauwerke weisen deutliche Schäden auf. Der Beton des Geschiebesammlers ist in einem sehr schlechten Zustand und weist viele grossflächige Abplatzungen, zum Teil bis auf die Armierung, auf.
 

Standort Los 6 

Der Standort der Ökologischen Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen befindet sich
beim Weiler St. Wolfgang, im nordwestlichen Teil  von Balsthal. 

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