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    Verkehrsanbindung Thal – ein Strassenbauprojekt des Kantons Solothurn

 

Die wichtigsten Antworten zum Projekt
 

 1. Wäre die Aufhebung der Barriere eine mögliche Lösung?

 

Nein. Mit der Aufhebung oder der Verkürzung der OeBB-Linie bis zum Bahnhof Thalbrücke kann der Flaschenhals nicht eliminiert werden. Eine leicht verzögerte Staubildung und eine geringe Erhöhung des Leistungsvermögens könnten erreicht werden. Diese Verbesserung reicht jedoch nicht aus, um den heutigen Verkehr flüssig abzuwickeln. Diese Situation wird sich infolge der erwarteten Verkehrszunahme zudem verschlechtern. Gemessen an der dafür erforderlichen massiven Verschlechterung des ÖV-Angebots lohnt sich diese Massnahme nicht.

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 2. Können Massnahmen auf dem bestehenden Verkehrsnetz das Problem nicht lösen?

 

In den Jahren 2007 bis 2011 wurden die wirkungsvollsten Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation bereits umgesetzt (Bau Kreisel Thalbrücke, Busbahnhof, Einspurstrecken bei der Sagmattstrasse und beim Restaurant Burg, Abbiegeverbote, u.ä.). Das Verbesserungspotenzial ist damit ausgeschöpft.

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 3. Sollte die Lösung nicht bei der Lichtsignalanlage «Äussere Klus» ansetzen?

 

Nein. Der Stau bildet sich im Städtchen und weitet sich gegen Oensingen aus. Sobald sich die Autos bis zur Lichtsignalanlage (LSA) «Äussere Klus» stauen, kann der Verkehr nicht mehr abfliessen und es entstehen die grössten Wartezeiten vor der LSA. Das liegt aber nicht an der Lichtsignalanlage, die genügend Kapazität aufweist. Die neue Verkehrsanbindung Thal eliminiert den Engpass im Städtchen Klus und verhindert damit den Rückstau bis zur äusseren Klus.

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 4. Wird der Stau nicht einfach auf die Umfahrung verlagert?

 

Der Stau entsteht im Städtchen Klus. Fussgängerstreifen, ein- und abbiegende Fahrzeuge, ein- und ausfädelnde Busse und die Bahnschranke vor dem Kreisel behindern den Verkehrsfluss so stark, dass Rückstau entsteht und der Kreisel Thalbrücke gar nie an seine Kapazitätsgrenze kommt. Pendler wissen, dass der Stau spätestens bei der Barriere endet und vor dem Kreisel wieder flüssig funktioniert. Auch rechnerisch würde die Kapazität des Kreisels reichen, um den Verkehr flüssig abzuwickeln.

Die Entlastungsstrasse umfährt die Behinderungen im Städtchen Klus. Der Verkehr kann dadurch hindernisfrei zum neuen Kreisel fahren.

Die Grafik zeigt den «Flaschenhals Klus» und die Kapazität vor und nach dem Bau der Entlastungsstrasse:

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Maximale Verkehrskapazität in Richtung Thal am Abend. Höchstzahl der Fahrzeuge pro Stunde im jeweiligen Abschnitt

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Beim geplanten neuen Kreisel ist die Kapazität dank einem Bypass und durchgehend zweispurigen Einfahrten zudem noch grösser als beim bestehenden Kreisel. Er wird auch ein steigendes Verkehrsaufkommen bewältigen können. Überdies werden noch 10-20 % der Fahrzeuge ins Städtchen abbiegen und nicht die Entlastungsstrasse benützen, was den neuen Kreisel im Vergleich zum bestehenden Kreisel zusätzlich entlastet.

Diese Erkenntnisse wurden aus Berechnungen und Verkehrssimulationen des gesamten Verkehrsnetzes gewonnen. Beide Simulationen gehen von einem prognostizierten, erhöhten Verkehrsaufkommen für das Jahr 2030 aus.

Videovergleich parallele Verkehrssimulation 2030 starten

 

 

 5. Wie viel beträgt der Zeitverlust durch den Stau?


Die Kreditbotschaft beziffert den durchschnittlichen Zeitverlust mit 4,5 Minuten. Dieser Wert entstammt einer Auswertung von Verkehrsdaten aus dem Jahr 2019, mit welcher mehrere Staustrecken im Kanton Solothurn verglichen wurden. Die Durchschnittswerte für den Zeitverlust sind auf allen Strecken relativ tief, weil das betrachtete Zeitfenster nicht nur die stauanfällige Abendspitzenstunde umfasste, sondern auch Zeiten, in denen der Verkehr flüssiger unterwegs ist. Ebenso senken Feier- und Ferientage den Durchschnittswert. Die Zahlen sind nur im Vergleich aussagekräftig: Im selben Zeitfenster beträgt der durchschnittliche Zeitverlust:

- auf der Westtangente in Solothurn 90 Sekunden
- auf der Strecke Olten-Aarburg 2 Minuten
- beim Autobahnanschluss Grenchen 38 Sekunden
- auf der Strecke Oensingen-Balsthal 4.5 Minuten.

Darauf basiert auch die Aussage, dass das Nadelöhr Klus zurzeit bezüglich Verkehrskapazität zu den dringendsten Verkehrsproblemen im Kanton Solothurn gehört. (Quelle: Beantwortung Interpellation Markus Ammann, RRB vom 26.5.2020)

Eine Auswertung des durchschnittlichen Zeitverlusts in der Abendspitzenstunde an Werktagen über das ganze Jahr ohne Ferien und Feiertage aus dem selben Jahr 2019 ergibt folgende Werte für die Strecke Oensingen-Balsthal:

- Zeitverlust für 50 % aller Fahrzeuge:   7 Minuten
- Zeitverlust für 20 % aller Fahrzeuge: 15 Minuten
- Zeitverlust für   5 % aller Fahrzeuge: 30 Minuten

Konkret bedeutet dies: Durchschnittlich stehen von den rund tausend Fahrzeugen jeden Abend zwischen 17 und 18 Uhr 500 Fahrzeuge 7 Minuten, 200 Fahrzeuge 15 Minuten und 50 Fahrzeuge eine halbe Stunde im Stau.

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 6. Nützt das Projekt nur den Automobilistinnen und Automobilisten?

Nein. Substanzielle Verbesserungen bringt es für den öffentlichen Verkehr, weil der Umsteigeknoten Thalbrücke vom Durchgangsverkehr auf der Strasse befreit wird. Dadurch entsteht am Bahnhof Thalbrücke ein attraktiver Platz mit genug Raum für ein geordnetes Umsteigen von der Bahn auf das Postauto und umgekehrt. Die Postautos gewinnen Zeit und Fahrplanstabilität, was die Verbindungen mit dem öffentlichen Verkehr attraktiver macht und in Zukunft Handlungsspielraum für Fahrplanverdichtungen ermöglicht.
Deutliche Verbesserungen gibt es auch für den Fuss- und Veloverkehr im und um das Städtchen Klus. Dank den flankierenden Massnahmen erhält der Fuss- und Veloverkehr deutlich mehr Raum und ist vom starken Durchgangsverkehr entflochten. Dadurch verbessert sich auch die Sicherheit.

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 7. Ist die Verkehrsanbindung Thal teurer als vergleichbare Grossprojekte?


Die Berechnung der Investitionskosten beläuft sich auf brutto 74 Mio. Nach Abzug von Beiträgen entstehen für die Strassenrechnung Nettokosten von 63.7 Mio. Franken. Die Kostenberechnung beinhaltet zudem angemessene Reserven für Unvorhergesehenes.

Die Kosten pro Kilometer Strasse für das 1,1 Kilometer lange Projekt betragen rund 67.3 Millionen Franken. Diese sind vergleichbar mit anderen im Kanton Solothurn realisierten Grossprojekten wie «Solothurn, Entlastung West» – mit total 114 Mio. Franken bzw. rund 63.3 Mio. Franken pro Kilometer oder der «Entlastung Region Olten» – mit total 310 Mio. Franken bzw. rund 72.0 Mio. Franken pro Kilometer.

Die Kosten beinhalten auch die Neugestaltung der Rad- und Fusswege, die Umgestaltung des ÖV-Knotens Thalbrücke und die Neuordnung des Strassenraums im Städtchen Klus. Dazu kommt die Revitalisierung am Mümliswilerbach.

Als teurere Strassen kann man  Aufwendungen oder Ausstattungen, welche weit über den durchschnittlichen Standard hinausgehen bezeichnen. Die Entlastungsstrasse für das Städtchen Klus ist aus planerischer Sicht eine angemessene und vernünftige Lösung gemäss heute gängigen Standards im Strassenbau. Aufgrund der geografischen Lage mit dem Nadelöhr kann das Problem nur mit Objekten wie Tunnel und Brücken gelöst werden.

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 8. Steigt die Umweltbelastung durch das neue Projekt an?


Für Projekte dieser Grössenordnung muss eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen werden. Verschiedenste umweltrelevante Themen wie Luftreinhaltung, Lärm, Flora und Fauna, Oberflächengewässer, usw. werden auf die Auswirkungen durch das Projekt geprüft.

Ohne Eingriffe, die lokal negativ zu beurteilen sind, können Projekte von dieser Grössenordnung nicht geplant werden. Für jedes Thema ist die Beurteilung der Veränderung im Gesamten zu betrachten. Der Bericht beurteilt das Projekt als umweltverträglich.

Beispielsweise kommt die Prüfung zum Ergebnis, dass die Schadstoffbelastung in der Klus dank der Eliminierung der Staus gesamthaft sinkt. Unter den verkehrsverursachten Schadstoffen befindet sich auch das klimaschädliche CO2.
Die Eingriffe im Gewässerraum der Dünnern durch den Viadukt und die Dünnernbrücke werden mit ökologische Massnahmen kompensiert. Mit der Renaturierung des Geschiebesammlers bei St. Wolfgang wird beispielsweise die rund 750 m2 grosse technische Anlage aus Beton zu einer rund 5'000 m2 grossen natürlichen Gewässerlandschaft mit hohem Nutzen für die Biodiversität.

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